Film

Wolfgang Dabernig spielte in fünf Kurzfilmen seines Bruders Josef Dabernig mit.

Josef Dabernig, Markus Scherer und Wolfgang Dabernig (v.l.n.r.) in Timau Josef Dabernig, Wolfgang Dabernig und Markus Scherer (v.l.n.r.) in Timau

Timau

Im Film "Timau" agiert er fünf Jahre nach seinem Unfall wiederum im Gebiet des Plöckenpass: Drei Postbeamte "die Dabernig Brüder mit Co-Regisseur Markus Scherer" erklimmen in einem Melodram absurder Machart mit schwerem Dienstgepäck den fast senkrechten Felskamin unterhalb der Cellonschulter; sie entstören schließlich eine (österreichische) Telefonzelle auf der italienischen Malga Collinetta. Für Wolfgang war das Drehbuch des Films ans Limit seiner körperlichen Möglichkeiten geschrieben. So verbindet dieser Kurzfilm eine therapeutische Ebene mit der Erinnerungsarbeit an die strukturellen Veränderungen in seinem Beruf.

A 1998, 16mm, s/w, 20 min
Regie, Buch, Schnitt und Ton: Josef Dabernig, Markus Scherer
Kamera: Christian Giesser
Darsteller: Josef Dabernig, Wolfgang Dabernig, Markus Scherer, Marino Grassi, Cesira Leschiutta
Produktion: Josef Dabernig

Josef Dabernig, Markus Scherer und Wolfgang Dabernig in Timau
Josef und Wolfgang Dabernig in Rosa coeli Josef und Wolfgang Dabernig in Rosa coeli

Rosa coeli

Wiederum fünf Jahre später "2003" übernimmt er die Hauptrolle in "Rosa coeli". In diesem Film trifft er sich mit zwei seiner Kollegen vom Behindertenradsport zu einem geheimnisvollen Treffen in einem osteuropäischen Hotel. Die Geschichte mit den etwas gehbehinderten Herren illustriert auf kryptische Weise einen Literatentext, in dem es um Raum, Erinnerung und die (imaginäre) Rückkehr in eine einst vertraute Gegend geht.

A 2003, 35mm, s/w, 24 min
Regie, Buch, Schnitt und Produktion: Josef Dabernig
Text: Bruno Pellandini
Stimme: Branko Samarovski
Kamera: Christian Giesser
Tongestaltung: Michael Palm
Darsteller: Wolfgang Dabernig, Kurt Fellinger, Thomas Schmid, Josef Dabernig

Josef und Wolfgang Dabernig in Rosa coeli // Kurt Fellinger, Thomas Schmid und Wolfgang Dabernig (v.l.n.r.) in Rosa coeli
Josef Dabernig sen. in Hotel Roccalba

Hotel Roccalba

Schließlich "wiederum fünf Jahre später" im Rahmen der Familiensaga "Hotel Roccalba" die unvermeidliche Leinwandpräsenz mit der Weltpremiere beim 61. Festival del film Locarno. Es bleibt offen, ob es sich dabei um einen Ort der Altersversorgung, um eine Erholungsanstalt oder schlicht um ein Hotel handelt. Ehefrau, Schwiegermutter, Eltern, Tante, Bruder und Schwägerin treffen in dieser Miniatur auf vier "Adoptionen" aus dem Kunstbereich. Gedreht wurde aus logistischen Gründen in der Nähe von Tarvis.

Wolfgang Dabernig und Anni Dabernig in Hotel Roccalba

A 2008, 35mm, s/w, 10 min

Regie, Buch, Schnitt und Produktion: Josef Dabernig

Kamera: Christian Giesser

Tongestaltung: Michael Palm

Darsteller: Annemarie Dabernig, Anni Dabernig, Josef Dabernig sen., Josef Dabernig, Wolfgang Dabernig, Karin Franz, Maria Franz, Isabella Hollauf, Hedwig Saxenhuber, Georg Schöllhammer, Ingeburg Wurzer, Otto Zitko

Josef Dabernig sen. in Hotel Roccalba // Wolfgang Dabernig und Anni Dabernig in Hotel Roccalba

Filmstill Excurses on Fitness Wolfgang Dabernig

Excurses on Fitness

Altersbedingt beschäftigt sich nun auch Wolfgang Dabernigs Bruder zunehmend mit Fitness und bearbeitet das Thema in seiner aktuellen Ausstellung im MAK Wien. Der dazu produzierte Film „excursus on fitness“ zeigt Wolfgang in der für ihn maßgeschneiderten Rolle: trainierend am Rennrad. Einige der Close-ups vermitteln dabei deutliche Spuren von einschneidenden Ereignissen am Vorabend des Drehs.

Filmstill Excurses on Fitness v.l.n.r. Wolfgang Dabernig, Otto Zitko, Isabella Hollauf, Josef Dabernig, Anna Dabernig und Ingeburg Wurzer

Josef Dabernig. Excurses on Fitness;
MAK - Österr. Museum für angew. Kunst / Gegenwartskunst, Wien.
07.04. – 12.09.2010

 A 2010 – Digi Beta, s/w, 12 min

Regie, Buch und Schnittkonzept: Josef Dabernig

Kamera: Christian Giesser

Avid Schnitt: Daniel Hamersky

DarstellerInnen: Anna Dabernig, Josef Dabernig, Wolfgang Dabernig, Isabella Hollauf, Ingeburg Wurzer, Otto Zitko

Produktion: Josef Dabernig und MAK Wien

Filmstill Excurses on Fitness Wolfgang Dabernig //Filmstill Excurses on Fitness v.l.n.r. Wolfgang Dabernig, Otto Zitko, Isabella Hollauf, Josef Dabernig, Anna Dabernig und Ingeburg Wurzer

Wolfgang Dabernig als Oberarzt im Film „Hypercrisis“ Filmstill „Hypercrisis“

Hypercrisis

Nach dem Gewinn der Silbermedaille bei den 12. Sommer-Paralympics in Athen setzt Radlwolf auch auf der Leinwand Maßstäbe. Im 17-minütigen Streifen „Hypercrisis“ seines Bruders Josef (Dreharbeiten im April 2011 im Südkaukasus/Armenien) stand im weißen Arztkittel Seriosität im Vordergrund. Für Wolfgang Dabernig kein Problem, wie die Premiereeinladung ans Lido von Venedig eindrücklich bestätigt. Damit scheint die frühe cinematographische Prägung mit Schneewittchen und Ben Hur im Kino Engl späte Früchte zu tragen.

A 2011, 35mm, Farbe, 17 min
Regie, Buch, Schnitt und Produktion: Josef Dabernig
Kamera: Christian Giesser
Sound design: Elisabeth Hildebrandt, Michael Palm
Musik: Giuseppe Verdi, CAN
DarstellerInnen: Harutyun Alpetyan, Arusiak Arevshatyan, Eduard Arevshatyan, Ruben Arevshatyan, Shushan Arevshatyan, Josef Dabernig, Wolfgang Dabernig, Angela Dolidze, Alfons Egger, Goschka Gawlik, Isabella Hollauf, Zaruhi Hovhannisyan, Christian Kravagna, Gagik Nshanyan, Karen Poghosyan, Daniel Shvelidze, Konstantin Shvelidze, Murtaz Shvelidze, Ingeburg Wurzer, Otto Zitko
Förderung: if innovative film Austria, Kulturabteilung der Stadt Wien, Galerie Andreas Huber

Der Film „Hypercrisis“ des Wiener Künstlers Josef Dabernig fiel den Juroren der Filmbiennale in Venedig so positiv auf, dass sie ihn für den Europäischen Filmpreis nominierten. Ein lautes Lob für ein leises Werk.
(GUT Josef Dabernig Erkannt, Falter 37/11, Feuilleton, S. 27)

 

Wolfgang Dabernig als Oberarzt in Hypercrisis

Josef Dabernig meint, mit Wolfgang zu arbeiten bedeutet für ihn in erster Linie sein schauspielerisches Potential zu nutzen. Gleichzeitig stellt die Zusammenarbeit aber auch ein Mittel gegen Entfremdung im familiären Rahmen dar und - so sein Bruder - sie könnte für Wolfgang auch eine Überprüfung seiner Befindlichkeit im Spiegel der Leinwand sein.